Wir träumen von Reisen durch das Weltall –

Ist denn das Weltall nicht in uns?

Die Tiefen des Geistes kennen wir nicht. —

Nach Innen geht der geheimnißvolle Weg.

In uns oder nirgends ist die Ewigkeit mit ihren Welten – die Vergangenheit und die Zukunft.

                                                Novalis

Innere Welten

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Wohin?

Die schöne Müllerin zwischen den Zeiten

Valentin Ruckebier| Bass

Ulrike Schulze | Sprecherin

Austėja Valušytė | Klavier

Anne Hein | Bühne und Licht

 

Donnerstag, 21. Oktober, 19:30

Franz Schuberts Liederzyklus Die schöne Müllerin gehört zu den ehernen Säulen des romantischen Liedrepertoires. Weniger bekannt ist, dass er in seiner Gesamtheit erst über zwei Jahrzehnte nach Schuberts Tod erstmals öffentlich aufgeführt wurde – und zwar in einer völlig anderen Gestalt, als uns heute geläufig ist: Der Bariton Julius Stockhausen orientierte sich vorrangig an Wilhelm Müllers Gedichtzyklus, den Schubert gar nicht komplett in Musik gesetzt hatte und blendete in seinen Aufführungen seit den 1860er Jahren die unvertonten Gedichte als Sprechtexte wieder ein. Hörte das Publikum damals ein anderes Stück als wir heute? Die Wanderung des Müllerburschen in seine eigene Innenwelt wird hier für Künstler und Publikum zur gemeinsamen Zeitreise ...

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© Susanne Diesner

Valentin Ruckebier |Bass

studierte Komposition an der Robert Schumann Hochschule bei Prof. Manfred Trojahn und Prof. Oliver Schneller; 2017 nahm er überdies ein Gesangsstudium in Düsseldorf auf, zunächst bei Prof. Ludwig Grabmeier, mittlerweile bei Prof. Konrad Jarnot. Im Rahmen seines Studiums sang er verschiedenste Opernpartien; außerhalb der Hochschule tritt Ruckebier regelmäßig vor allem als Lied- und Konzertsänger sowie in Vokalensembles in Erscheinung, wobei er sich vermehrt der Neuen Musik widmet. Valentins Kompositionen wurden bei zahlreichen internationalen Wettbewerben prämiert und werden regelmäßig von namhaften Interpret*innen und Ensembles wie z.B. dem Ensmeble MusikFabrik Köln, den Augsburger Philharmonikern, dem tanzhaus nrw, der Rheinischen Philharmonie Koblenz, dem E-Mex-Ensemble u.v.w. aufgeführt. 2021 wird seine Oper „Die Flucht nach Ägypten“ am Landestheater Linz, am Teatro Comunale di Modena und am Serbian National Theatre gespielt.     

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Ulrike Schulze | Sprecherin

studierte Sprechwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg bevor sie an die Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart in das Fach Sprechkunst wechselte. Nach ihrem erfolgreichen Bachelorabschluss führt sie dort ihren Master weiter fort. Zudem war sie Deutschlandstipendiatin und hat den Publikumspreis des internationalen Rezitationsfestivals Vechta gewonnen. Ihr Schwerpunkt liegt in der Konzeption und Ausführung von Bühnenprogrammen, unter anderem im Rahmen des schotti-schen Theaterfestivals Edinburgh Fringe zusammen mit einem internationalen Künstlerkollektiv. Als Sprecherin ist sie für den SWR tätig und in mehreren Kinofilmen zu hören

© Jule Bröcker

Austėja Valušytė Klavier

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© Franzi Thul

begann ihre pianistische Ausbildung in Vilnius, Litauen. Nach ihrem Abschluss an der staatlichen M.K. Čiurlionis Kunstschule studierte sie an der litauischen Akademie für Musik und Theater bei Aleksandra Žvirblytė und an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf bei Paolo Giacometti; 2020 folgte ein Master in Liedgestaltung an der HfMT Köln in der Klasse von Ulrich Eisenlohr. Zahlreiche Meisterkurse runden ihre Ausbildung ab. Ihre Begeisterung für zeitgenössische Musik machte sie zu einem Mitglied des Ensembles „Synaesthesis“. Im Rahmen des „Ultima“-Festivals Oslo arbeitete sie anlässlich des interdisziplinären Kunstprojekts „New Music Incubator“ mit anderen Künstler*innen des nordeuropäischen Raums zusammen. Austėja Valušytė hat zahlreiche Werke uraufgeführt. Lied und die Arbeit mit Sänger*innen ist ein wichtiger Schwerpunkt in Austėjas Tätigkeit. So gibt sie neben ihren Solo- und Kammermusik-Konzerten regelmäßig Liederabende mit verschiedenen Partner*innen. 2021 erhielt sie einen Lehrauftrag an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf.

 
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Ohne Worte

Liederabend für singendes Klavier 

Desar Sulejmani | Klavier 

Anne Hein | Bühne & Licht

 

Freitag, 22. Oktober, 19:30

entfällt!

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Für die Romantiker stieg die Musik zur wichtigsten aller Künste auf. Als ‚Sprache des Unsagbaren‘ wurde sie zum unerreichbaren Ideal auf der Suche nach einer poetischen Welt hinter den Worten. ‚Gesang‘ verband sich für die romantischen Dichter und Dichterinnen nicht mehr mit einer real erklingenden, sondern mit einer imaginären Stimme –  er wurde zur poetischen Chiffre, durch die das mit Worten nicht mehr Sagbare dennoch sprachfähig werden sollte. Das bereits vor dem 19. Jahrhundert bekannte Ideal eines instrumentalen Nachahmens der Singstimme erhielt damit eine neue Bedeutung: Der am Klavier imaginierte Gesang verband sich mit schwindelerregender Virtuosität zur Entgrenzungserfahrung. Desar Sulejmani hat ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, in dem berühmte Liedmelodien und Opernarien im Gewand selten zu hörender Transkription von Franz Liszt, Sigismund Thalberg oder Milij Balakirew erklingen.

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© Mimoza Veliu

Desar Sulejmani | Klavier

studierte Klavier, Kammermusik und Dirigieren an der Folkwang Universität der Künste Essen und belegte überdies zahlreiche internationale Meisterkurse u. a. bei Peter Feuchtwanger, Charles Spencer, Axel Bauni, Emile Cantor, Jürgen Kussmaul, Steven Sloane, Sir Roger Norrington und Sylvain Cambreling. Desar Sulejmani tritt in ganz Europa als Solo- und Kammermusikpianist und Dirigent mit namhaften Partner*innen und Orcherstern auf. 2013 erschein beim Label Farao eine Einspielung der Violinsonaten Felix Mendelssohn-Bartholdys mit dem Violinisten Andreas Reiner. Gastengagements führten Desar Sulejmani u. a.  an die Opernhäuser Essen, Köln, Wuppertal, Tirana und Tashkent und Johannisburg. Seit 2014 ist er künstlerischer Leiter der European Summer Music Academy Kosovo, 2016 gründete er die Deutsche Rhein-Philharmonie und 2019 das Western Balkans Youth Orchestra. Überdies wirkt er als Dozent für Klavier und Orchesterleitung an der Folkwang Musikschule Essen.

 
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Von Geisterhand

Ein Lieder-Schatten-Spiel

Judith Hoffmann|Sopran

Johannes Held | Sprecher

Nare Karoyan | Klavier

Anne Hein | Bühne, Licht & Video

 

Samstag, 23. Oktober, 19:30

Die romantische Erkundung des menschlichen Seelenlebens öffnete auch die Türen zu dessen dunkler Seite: Sie führt in von Elementargeistern und Zauberwesen bevölkerte Parallelwelten, deren geheimnisvolle Mächte auch ins reale Leben eingreifen. Die eigentlich aus Asien stammende Kunst des Schattenspiels wurde in der europäischen Romantik gerade aufgrund ihrer Unschärfe und Flüchtigkeit geschätzt – denn die Silhouetten lassen der eigenen Fantasie Raum!

Angeregt durch diese Impulse haben Judith Hoffmann, Johannes Held, Nare Karoyan und Anne Hein eine aktuelle Perspektive auf das romantische Zusammenspiel aus Musik, Sprache und Bild eingenommen und erwecken in einer Collage aus gesungenen, erzählten und dargestellten Geschichten populäre wie unbekannte Gestalten aus dem Schattenreich zu multimedialem Leben.

Judith Hoffmann |Sopran

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   © Anne Hein

Judith Hoffmann | Sopran

studierte Gesang an der Folkwang Universität der Künste Essen. In Meisterkursen und privaten Studien arbeitete sie u. a. mit Thomas Heyer, Barbara Hannigan, Brigitte Fassbaender und Kirsten Schötteldreier. Opernengagements führten sie als Ensemblemitglied und Gastsolistin u. a. an die Landesbühnen Sachsen, das Theater Münster, das Theater Hagen, die Felsenbühne Rathen, die Luisenburgfestspiele Wunsiedel und die Staatsoper Hannover. Überdies verfolgt Judith Hoffmann eine rege internationale Konzerttätigkeit: Sie trat u. a. in der Oper Dortmund, im Zwinger Dresden, im Konzertsaal deSingel Antwerpen, der Kölner Philharmonie, dem Konzerthaus Dortmund, dem Boccherini Saal in Lucca, dem Muziekcentrum Enschede Grote Zaal und dem WDR-Funkkaus auf. Ein besonderes Anliegen ist ihr die Konzeption, Erarbeitung und Aufführung halbszenischer musikalisch-literarischer Programme. Zuletzt machte sie hier mit dem Konzeptliederabend Alma Mahler und ihre strahlenden Satelliten auf sich aufmerksam.

Jens Oellermann

Johannes Held Sprecher

studierte Gesang an der Hochschule für Musik Freiburg und der Königlich Dänischen Opernakademie. Seit seinem Abschluss 2013 verfolgt er neben zahlreichen Opernengagements vor allem eine rege Tätigkeit als Oratorien- und Liedsänger. Er trat u. a. bei den Meraner Festwochen, der Schubertiade Roskilde und beim Festival voxpopuli in Montreal auf. Sein Konzeptkonzert Winterreise staged erlebte seit 2015 über 50 internationale Aufführungen. Johannes Held ist Gründer und Künstlerischer Leiter des internationalen Kunstlied-Festivals DER ZWERG, das alle zwei Jahre in Sindelfingen stattfindet. Überdies tritt er als Sprecher auf und war etwa 2017 im Berliner Konzerthaus gemeinsam mit dem Tenor Julian Prégardien in Brahms‘  Die schöne Magelone zu erleben. Seine Einspielung von Schuberts Winterreise  wurde 2020 für den Opus Klassik nominiert

© Jens Oellermann

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© Danilo Floreani

Nare Karoyan | Klavier

studierte Klavier an den Musikhochschulen Berlin (UdK), Köln und Karlsruhe. Ihre Lehrer waren Pascal Devoyon, Pierre-Laurent Aimard, Peter Eicher, Anthony Spiri und Gérard Buquet. 2010 wurde sie Stipendiatin der von Yehudi Menuhin ins Leben gerufenen Stiftung Live Music Now! Nare Karoyan tritt insbesondere als Klavierpartnerin namhafter Instrumentalist*innen wie Marie-Luise Neunecker, Radovan Vlatkovic, Eszter Haffner, Ira Givol sowie Sängerinnen wie Sheva Tehoval, Judith Hoffmann und Simone Hirsch in Erscheinung. 2016 erschien beim Label Quartziade  ihr erstes Solo-Album Shadowlines (Leoš Janáček, Federico Mompou, George Benjamin und Robert Schumann).  Zeynep Gedizlioglu, Anno Schreier, Dominik Susteck und Kareem Roustom schrieben Kompositionen für sie. Ihre jüngsten Projekte umfassen Tourneen in Finnland und Deutschland mit dem Programm Kurt, Weill er mehr ist mit Ira Givol und Simone Hirsch, der Kafka-Schönberg-Collage Ziel, Weg, Zögern mit Ulrich Marx sowie das Liedprogramm Dichterinnen mit Judith Hoffman

 
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Welt ... tiefschön

Lieder als Traumlandschaften 

Heike Wessels|Mezzosopran

Martin Günther | Klavier

Anne Hein | Bühne & Licht

 

Sonntag, 24. Oktober, 19:00

„... hübsche Möbel und überfeine Nerven“ – so kommentierte der Dichter Hugo von Hofmannsthal 1893  lakonisch das  Vermächtnis der romantischen Künstlergeneration und beschrieb damit treffsicher das Lebensgefühl während einer Zeitenwende. Die Tür zur Moderne war längst aufgestoßen, und die romantischen Traumwelten, in denen Nacht und Dunkelheit als konturlos-vieldeutige Projektionsräume unerschöpflicher Fantasie galten, wurden mit der Durchleuchtung des Unbewussten konfrontiert. Heike Wessels und Martin Günther spüren dieser charakteristischen Gleichzeitigkeit von Gestern und Heute in musikalisch-poetischen Traumlandschaften nach – Liedkompositionen, die in Wien, Paris und Berlin um 1900 entstanden und spätromantischen Überschwang mit psychologischer Innenschau verbinden werden in eine Szenerie versetzt, die sich in Bühnengestaltung und Beleuchtung an synästhetisch ausgerichteten Konzertreformideen der Jahrhundertwende anlehnt.

 

Liedfestival Ruhr Heike Wessels

© Timo Hecht

Heike Wessels | Mezzosopran

studierte Gesang an der Folkwang Universität der Künste Essen und arbeitete in Meisterklassen mit Brigitte Fassaender, Thomas Hampson und Dame Gwyneth Jones. 2006 gewann sie den Internationalen Wettbewerb für junge Wagnerstimmen in Venedig. Nach Engagements an den Wuppertaler Bühnen und am Staatstheater Braunschweig gehörte sie von 2008 bis 2018 zum Ensemble des Mannheimer Nationaltheaters. Gastverpflichtungen führten sie überdies zum Glyndebourne-Festival, an die Oper Graz, die Volksoper Wien, die Deutsche Oper am Rhein, die Oper Frankfurt, ans Festspielhaus Baden-Baden, die Opera Bastille Paris und zum London Philharmonic Orchestra. Seit 2018 ist Heike Wessels vor allem als Wagner- und Mahler-Interpretin international freischaffend tätig und gastierte u. a. an der Deutschen Oper am Rhein, beim Musical Autumn Cluj Napoca, in der Philharmonie Köln, im Mannheimer Rosengarten und beim National Taiwan Symphony Orchestra. 2019 debütierte sie als Kundry (Parsifal) an der Deutschen Oper Berlin, 2020 gastierte sie mit Mahlers Lied von der Erde beim Macedonian Philharmonic Orchestra. 

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 © Markus Proßwitz

Martin Günther | Klavier

begann bereits während seines Musikwissenschafts-, Schulmusik- und Klavierstudiums an der Universität Hamburg, der Folkwang-Hochschule Essen sowie der Hochschule für Musik Freiburg im Breisgau eine intensive Tätigkeit als Liedbegleiter, die er in Meisterklassen bei Irwin Gage, Axel Bauni und Norman Shetler vertiefte. Bereits seit seiner Studienzeit arbeitet er mit Heike Wessels zusammen, gemeinsame Auftritte führten das Duo u. a. in den großen Sendesaal des Bayerischen Rundfunks München, die Freiburger Domsingschule, die historische Stadthalle Wuppertal, den Gare du Nord Basel, das BASF-Gesellschaftshaus Ludwigshafen und den Mannheimer Rosengarten. Neben vielfältigen Tätigkeiten als Korrepetitor und Klavierbegleiter (u. a. Freiburger Bachchor, Festspielhaus Baden-Baden, Nationaltheater Mannheim) widmet sich Martin Günther als promovierter Musikwissenschaftler in Forschung und Lehre (Hochschule Musik Freiburg, Goethe-Universität Frankfurt a. M) und als freier Autor (u. a. für Laaber- und Bärenreiter-Verlag) zudem intensiv der Kulturgeschichte des Liedgesangs. Im Stuttgarter Steiner-Verlag erschien 2016 die Monographie Kunstlied als Liedkunst.

Anne Hein
Bühne, Licht, Video 

legte nach Studien der Elektrotechnik an der Universität Dortmund und Fortbildungen an der Management Akademie Essen die Meisterprüfungen für Veranstaltungstechnik in den Fachbereichen Beleuchtung (2004) und Bühne (2005) ab. Seit 2005 arbeitet sie als Projektleiterin bei der BTL Veranstaltungstechnik GmbH Düsseldorf. Sie kann auf langjährige Erfahrungen als technische Leiterin und Veranstaltungsleiterin zurückblicken, wobei sie neben Kongressen, Konferenzen, Awardverleihungen und Industrieveranstaltungen auch zahlreiche Sonderprojekte wie Livebühnen, Modenschauen auf der Messe Düsseldorf oder das HardMoves Boulderleague Superfinale in Wuppertal betreute. Seit 1997 ist sie überdies im künstlerischen Bereich tätig und arbeitete etwa als technische Mitarbeiterin/Leiterin für das Theater im Depot Dortmund und wirkte als freiberufliche Lichttechnikerin bei zahlreichen Theater- und Opernprojekten (u. a. im Rahmen der Ruhrtriennale und dem Theaterzwang-Festival Dortmund) mit.